Montagsfrage #10

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Montagsfrage: Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

 Diese Frage hat sich Shaakai von Bibliophiline ausgedacht.

Guten Morgen! Diesen Morgen habe ich eine wirklich spannende Frage gefunden. Allerdings eine, bei der die Meinungen dazu weit auseinandergehen.

Ein Buch ist für mich dann richtig wertvoll, wenn ich viel markiert habe (mit Textmarker), wenn ich unterstrichen habe (mit Kuli oder mit bunten Stiften), etc.

Warum?
Wenn ich ein Buch durchlese, und nichts, aber auch gar nichts wurde markiert- dann war auch nichts besonders schön geschrieben. So ein Buch wandert dann schnell in die Büchertauschliste. In so ein Buch werde ich meinen Namen  auch nicht eintragen.

Ich erinnere mich an ein Ereignis aus der Oberstufe: Einer meiner Lehrer lieh mir ein Buch aus für ein Referat. Ich schlug zu Hause das Buch auf, und links in der Ecke stand Vorname, Nachname, Wohnort, Jahr des Bucherwerbs. Alles in Schönschrift. Und auch im Buch war wichtiges mit Bleistift (und Lineal) unterstrichen und es waren Bleistiftnotizen gemacht. Ich weiß heute noch wie dieses Buch heißt (und der Lehrer).
Lacht nicht, aber seitdem mache ich es auch so. Wenn ich heute ein Buch in die Hand nehme, sehe ich z.B. Flensburg 2004. Und dann bin ich überrascht- oh, so lange ist das schon her, das ich das gelesen habe….wie die Zeit vergeht…
Leider habe ich, seitdem ich mit Buchtauschen angefangen habe, konsequent damit aufgehört. Nun habe ich eben ein Buch in die Hand genommen (ich wollte es als Beispiel nutzen. Denn dieses Buch werde ich nach ??? Jahren zum zweiten Mal lesen. Leider musste ich feststellen, das nicht drinsteht in dem Buch. Schade. Ich weiß wirklich nicht mehr, ob ich mir es in Flensburg oder erst in Husum gekauft habe.
Allein schon zu wissen, in welchem Jahr ich das Buch gekauft habe, steigert den Wert. Es kommen dann auch Erinnerungen, wie x und y war der Anlass dafür, genau dieses Buch zu kaufen.
Ich nehme mir nun wieder vor, in jedes Buch einen Besitzvermerk zu machen. Man hinterlässt einfach auch was persönliches in dem Buch. Finde es auch toll, wenn ich alte Bücher in der Hand halte und ein fremder Name und ein Jahr steht drin. Und ich weiß „oh, deeer hat das gelesen?!“ ein tolles Gefühl.

Zu den Unterstreichungen/ Markierungen: Wenn man später, nachdem man ein Buch lange nicht mehr in der Hand hatte, das in die Hand nimmt, und man blättert es durch, und man sieht die ganzen unterstrichenen/ markierten Stellen, dann weiß man noch nach Jahren, was einem daran so gut gefiel. Ein Buch ohne jegliche Markierung ist für mich ein schlechtes Zeichen. Hat mir gar nichts in dem Buch gefallen? (Selbst in e-books markiere ich, was mir gefällt.) Es gibt sogar Bücher, in denen ich darauf achte, in verschiedenen Farben zu markieren. Je mehr ich markiert habe, desto größer der Wert.
Ein Buch, in dem ich markiert habe, würde ich nie zum Buchtausch weggeben, denn es ist ein wertvolles Buch. Es wurde ja durch das markieren festgestellt, dass es einen großen Wert hat.

Bemerkungen: sie zeigen, dass man sich mit em Buch auseinandergesetzt hat. Auch das muss sein. Es ist eher selten, aber es kommt vor.
Ich habe mal ein 409 Seiten dickes Buch gelesen (wann, weiß ich nicht mehr…). Und am Ende sind zwei Vermerke zu zwei verschiedenen Seiten. Diese Vermerke zeigen mir, dass viel drinsteckt in diesem Buch. Aber auf der anderen Seite muss da noch viel mehr drinstecken … ich werde das Buch auf jeden Fall nochmal lesen…
Notizen in einem Buch zeigen ja auch, das man sich auseinandergesetzt hat mit dem Inhalt.
Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen üer Eleonore von Aquitanien. Allerdings als e-book. Wenn ich es als normales Buch gelesen hätte, es wäre voll von Anmerkungen, wegen des historischen Hintergrunds.

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte:
Im April 1995 bekam ich zur Konfirmation meine erste Bibel. Mittlerweile kann man die Aufschrift kaum noch lesen. Es sind vier Tesafilmstreifen um den Einband…sie erst SEHR bunt von innen. Und einmal lag sie auf dem Schreibtisch, als ich Cappuccino getrunken habe. Die Flecken sieht man noch heute. Aber ich habe es geschafft, ich habe sorgsam die Seiten auseinandergenommen, getrocknet, die Seiten sind heilgeblieben, und ich hatte einen Haufen Cappucino Taschentücher und der ganze  Geruch… aber ich habe sie damals gerettet. Und auch, wenn ich mittlerweile noch zwei andere habe…die Bibel mit dem größten Wert ist meine erste Bibel.

Also, ganz egal, ob Besitzvermerk, Markierung oder Notiz, ganz egal wieviel Flecken: der Wert wird gesteigert.

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