Deutsch für junge Profis

Bücher haben Macht, sie können dein Leben beeinflussen: zum Guten wie zum Bösen. Darum wähle besonnen, was du liest.
Ein Buch kann dich motivieren, so dass du weiterhin deine Ziele verfolgst.
Ein Buch, mag es noch so wahr sein, kann dich abschrecken, dir Angst machen, so dass du deine Ziele nicht an Angriff nimmst.
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Es gibt eine Neuheit: Normalerweise findet ihr jedes meiner rezensierten Bücher bei Lovelybooks, wo ihr seht, wie viele Sterne es bekommen hat.
Da Schreibratgeber etwas besonderes sind, da gerade Schreibratgeber Bücher sind, zu denen man seine Meinung auch mal ändert, werde ich ab sofort Schreibratgeber nicht mehr beurteilen. Ich schreibe nur hier auf dem Blog eine Rezi, in der meine Meinung „durchschimmert“- ich vergebe jedoch keine Sterne, Punkte, Herzchen, etc.

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„Deutsch für junge Profis- Wie man gut und lebendig schreibt“ von Wolf Schneider erschien im Mai 2011 im Rowohlt Verlag.
Schneider wird bezeichnet als „Sprachpapst“ und „Bestsellerautor“. Er ist der meistgelesene Stilkritiker der deutschen Sprache. Schneider selber war Journalist und arbeitete als Lehrer an verschiedenen Journalistenschulen.

Inhalt
Schneider schreibt über den Gebrauch der eutschen Sprache: über den Gebrauch von Wörtern und Sätzen. Im zweiten und dritten Teil geht Schneider ein auf die Form des Textes.

Meinung
Titel
Der Titel ist reißerisch und hat mich sofort angesprochen. Darum möchte ich ihn nun zerlegen. „Deutsch für junge Profis“– mit 35 Jahren fühle ich mich noch jung. Ja, und Profi, das möchte ich werden. Also fühle ich mich bereits an dieser Stelle gleich zweimal angesprochen. Der Titel geht jedoch weiter: „Wie man gut und lebendig schreibt“. Spätestens hier muss ich doch nicht mehr überlegen…ich will super schreiben. Ich will nicht schlecht schreiben, nein. Ich will gut schreiben. Und meine Leser nicht langweilen. Also lebendig schreiben. Ich habe das Buch gekauft.
Struktur
Das Buch ist toll strukturiert. Es ist aufgeteilt in vier Teile. Der zweite Teil ist in drei Teile von jeweils 7-8 Kapiteln aufgeteilt. Das macht das Buch übersichtlich. Da man einen Schreibratgeber durchaus mehrfach benutzt (erstens zum Durchlesen, zweitens zum Nachschlagen) ist das ein Pluspunkt für das Buch.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Inhalt des ersten Teils. Hier schreibt Schneider, dass man etwas tun muss, um besser zu werden. Das ist eine Weisheit, die wohl für alle Bereiche gilt, ganz egal ob Schreiben, Backen, Tanzen,…trotzdem hat er damit Recht. Dies erwähnt er nochmal in der ersten Zwischenbilanz.
Ein Minuspunkt
Der erste Satz und die nächsten 160-350 Zeichen sind wichtig. Ja und nein. (ooh? Höre ich da schon einen Aufschrei?) Natürlich hat er recht. Auch in anderen Schreibratgebern liest man, dass man gerade auf Anfang und Ende achten soll. Wie oft habe ich selber schon einen Anfang ändern müssen, da ich viel zu früh in eine Geschichte eingestiegen bin…NUR hätte ich dieses Buch zu einem anderen Zeitpunkt gelesen- ich hätte nie im Leben einen Blog eröffnet. Oder ich hätte einen eröffnet und hätte über einem Text gesessen und nicht getraut, publizieren anzuklicken. Es könnt ja sein, der erste Satz ist falsch. Und was, wenn bei den nächsten 350 Zeichen etwas nicht in Ordnung ist? Wer liest meinen Text denn bis zum Ende? Das Schreiben, ganz egal ob Blog oder Buch, es ist harte Arbeit. Doch es soll auch Spaß bringen. Wenn ich nur noch von der Angst getrieben werde, dann stimmt ja was nicht.
Ich habe einen Test gemacht: Ich habe mir den Anfang von zwei Büchern angeguckt. Bei einem Buch ist der Anfang „normal“. Er ist nicht „besonders“. Trotzdem bin ich bereits bei 78% des Buches. Liegt nicht am Anfang. Liegt am Hauptteil….
Beim zweiten Buch ist der Anfang (die ersten 7 Zeilen) super gelungen. Genial. Ich denke, auch das werde ich lesen. Aber entscheidend ist der Hauptteil. Was passiert? Wie entwickelt sich der Protagonist?
Der zweite Minuspunkt
Schneider schreibt, man solle nicht einfach drauflosschreiben (1. Zwischenbilanz). ???was soll ich hierzu schreiben? Ich schreibe immer „einfach drauflos“. Das ist meine Startegie. Und so wird das auch bleiben.
Der dritte Minuspunkt
Im weiteren Verlauf des zweiten Teil schreibt Schneider über Blogger. Er führt vier Argumente auf. Vier Argumente, die ich alle wiederlegen könnte.
In Kap 16-23 greift Schneider erneut das Thema Blogger auf. Diesmal geht es jedoch nicht nur um Blogger. Nein- es geht auch fb und twitter an den Kragen. Wie fürchterlich, das ich, Mimi, so ganz ohne Lizenz und Kontrolle, selber entscheiden kann, wann ich heute etwas veröffentliche…(Ich muss nicht erst irgendeinen Chefredakteur fragen, anbetteln…) Es ist eine Chance, ja, und dafür bin ich dankbar. Das wir in einer freien Welt selber entscheiden können, was wir bloggen. Was wir twittern, was wir bei fb posten. Ich bin dankbar für diese Freiheit. Und ich erinnere mich an mein „Erlebnis Zeitung„…Ich bekomme das Gefühl, das diese gelebte Freiheit womöglich anderen Personengruppen Angst macht.
Der vierte und fünfte Minuspunkt
Schneider führt Rote/ Gelbe Karte Wörter auf („Das pralle Wort“) sowie bemooste Textbausteine. Es ist also nicht richtig, wenn ich focussierter arbeite, wenn ich heute nachmittag etwas kreiere, nein, Schneider mag das nicht. Ganz im Ernst, es ist eine Herausforderung, diesen Text zu schreiben. Mit Kreativität hat es nichts zu tun, ich möchte objektiv bleiben. Das Schreiben lernen ist übrigens ein Prozess…auch Personen, die ich entwerfe, können/ sollten in einen Prozess kommen, damit die Geschichte nicht langweilig wird. Ich werde diese Wörter weiterhin benutzen. Ganz egal, ob er sie nun mag oder nicht.
(Noch als Erklärung: Schneider greift da meine absoluten Lieblingsworte an!)
Ein Pluspunkt (der dritte)
Innerhalb des zweiten Teils (Position 462) zitiert Schneider Pulitzer. Das ist schön. Das Zitat gefällt mir.
Pluspunkte (4-6)
Diese Pluspunkte erhält Schneider von mir für Ausführungen innerhalb des zweiten Teils, und zwar im Teil „Das pralle Wort“. Besonders interessant waren hier die Ausführungen zum Thema „Perfekt/ Imperfekt“(Position 710).
Pluspunkt 7
Im letzten Teil seines Buches schreibt Schneider unter anderem über Bewerbungen. Was er darüber schreibt, ist gut.

Fazit
Fünf Minuspunkte, sieben Pluspunkte- was ist nun das Fazit? Wenn man diese Punkte in eine Waagschale wirft, sollte man bedenken, das einzelne Punkte ein unterschiedliches Gewicht haben…Ich selber bin schon wieder beim nächsten Schreibratgeber. Jeder, der gerne schreiben möchte, muss selber sehen, welcher Schreibratgeber ihm behagt, und welcher nicht.

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Ein Kommentar zu „Deutsch für junge Profis

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